Unser Ansatz gruppen- und gemeinschaftsbezogener Familienhilfe

Im Mittelpunkt stehen für uns die eigenen sozialen Ressourcen von Familien, d.h. die Weise, in der sie ihre gesellschaftlichen und kulturellen Lebensverhältnisse zum Ausdruck bringen, ihre gegenseitige Beratung, Unterstützung und Kooperation in Familiengruppen und Gemeinden. Auf dieser Grundlage können wir Hilfen in Gang bringen, durch die sich Betroffenen mehr Klarheit über die Kräfte verschaffen, die es ihnen bislang schwer, wenn nicht unmöglich machen, ein gutes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Kräfte und Einflüsse, die Emanzipation verhindern und die Chancen zu einer besseren Kommunikation nach innen und nach außen verbauen.

Familien in prekären Lebenssituationen schirmen sich häufig ab gegen ihre soziale Umwelt, auch auf Kosten ihrer Beziehungen zu Angehörigen und Freunden. Nach innen aber, im Kreis ihrer nächsten Familienmitglieder, ist ihr Handlungsspielraum zu eng. Konflikte stauen sich an und bewirken, dass die Betroffenen im Austausch ihrer Bedürfnisse weniger positiv voneinander profitieren. Vielmehr sind sie nun darauf aus, ihren Frust und ihre Anspannung gegeneinander abzureagieren. So bilden Menschen oft ungewollt eine unausgeglichene Struktur von Angstverhalten, Heile-Welt-Flucht, Selbstgerechtigkeit und einer feindseligen Abwehr gegen Außenstehende aus.

In der Hilfe bilden wir Gruppen, sei es aus einem Team von Betreuungsfachkräften in der direkten Zusammenarbeit mit einer Familie oder als moderierende Mitwirkende in einer Familiengruppenkonferenz oder in der beruflichen Ausbildung als Team von Unterrichts- und Beratungskräften gemeinsam mit den auszubildenden Müttern und Vätern.

Der Gruppenzusammenhang ebnet den Familien einen Weg zur Entlastung ihrer Situation. Sie können ihre Isolierung reduzieren und die Gruppe als soziale Einheit nutzen, mit der sie neue Verbindungen in der umgebenden Gesellschaft gestalten und soziale Inklusion herstellen können.